Kanadas kleinste Stadt heißt Greenwood und liegt rund 5 Stunden östlich von Vancouver. Nachdem 1918 der letzte größere Arbeitgeber schließen musste, ging die Einwohnerzahl des ehemaligen Goldgräberstädtchens stark zurück. Nun könnten steigende Rohstoffpreise sowie große und kleine Goldfirmen der Stadt zu einem Comeback verhelfen. Sellawie-Chefredakteur Ralph Wintermantel besuchte die Stadt und besichtigte diverse Minen vor Ort.

Greenwood, Canada

Laut Bürgermeister Ed Smith scheint eine Familie – gebürtig aus Dubai – ganz besonders an das zukünftige Wachstum des 700-Seelen-Städtchens Greenwood zu glauben. Seit Jahresbeginn tritt diese als Großinvestor in Greenwood auf. Sie kaufte nicht nur eines der Motels, sondern gleich auch noch den Greenwood-Saloon und den “Pacific Grill”, das bekannteste Restaurant der Stadt, dazu.

PacificGrill

Im 19. Jahrhundert war Greenwood, welches unmittelbar neben dem 49. Breitengrad und somit nur 10 Kilometer von der amerikanischen Grenze liegt, zeitweise sogar größer und berühmter als beispielsweise San Francisco. Begonnen hatte der Aufstieg Greenwoods in den späten 1880er-Jahren, als Rohstoffe wie Gold, Silber und vor allem Kupfer abgebaut wurden. Greenwood mauserte sich damals zum Zentrum der weltweiten Kupferproduktion. Es wurden Hotels, ein Opernhaus und andere öffentliche Einrichtungen errichtet.

Postoffice

Der eigentliche Einwohnerboom begann, als 1899 die Columbia & Western Railway die Kleinstadt an das kanadische Schienennetz anschloss. In den Folgejahren wuchs die Einwohnerzahl auf über 4000, zwei Zeitungen entstanden und die Stadt war sogar Regierungssitz der Region Boundary. Zu jener Zeit gab es mehr als 100 Unternehmen in der Gegend. Keine zehn Jahre später war die Hochphase allerdings bereits vorüber und der Niedergang begann. Die Schließung des größten Kupferunternehmens besiegelte im Jahre 1918 das Ende des Booms. Die Einwohnerzahl sank in den folgenden zwanzig Jahren bis auf 200 herab.

Rathaus

Weltruhm durch Hollywood

Die nächsten fast 100 Jahre hat Greenwood mehr oder weniger untätig dahingedämmert. Das einzige Highlight, das die beschauliche Ruhe unterbrach, war die Verfilmung von David Gutersons Roman „Snow Falling on Cedars“ („Schnee, der auf Zedern fällt“) durch Regisseur und Drehbuchautor Scott Hicks.

Mit der Beschaulichkeit in Greenwood könnte es bald vorbei sein, denn es mehren sich die Anzeichen, dass einige Rohstofffirmen der Gegend und vor allem der Stadt demnächst wieder neues Leben einhauchen könnten. Mehrere Firmen haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Grundstücke und historische Minen gesichert. Der bekannteste Name darunter ist sicherlich der kanadische Rohstoff-Riese Kinross Gold Corporation (WKN: A0DM94), der sich mit seiner 100-prozentigen Tochter KG Exploration über die 75-Prozent-Beteiligung an der Grizzly Greenwood Property über 27 000 Hektar Land reservierte. Wer die Geschichte des Unternehmens kennt, weiß, dass deren legendäre Buckhorn-Goldmine keine 80 Kilometer von Greenwood liegt. Zwischenzeitlich wurden mehr als 1 Million Unzen Gold dort gefördert. Nun scheint sich das Vorkommen in der alten Mine allerdings dem Ende zuzuneigen und in der Umgebung werden dringend neue Schätze benötigt, um die gewaltige Kettle-River-Mühle mit neuem Material zu füttern.

Auf dem Sprung: Vom Explorer zum Goldproduzent

Aber auch Golden Dawn Minerals (WKN: A1XBWD) und New Nadina Explorations Limited (WKN:A2AFL2) könnten demnächst Geschichte schreiben. Beide besitzen – ebenso wie zahlreiche nicht an der Börse gelisteten Firmen – diverse historische Minen rund um Greenwood.

Vor allem Golden Dawn Minerals ist im Vergleich zu den beiden anderen seinen Zielen in der Greenwood-Gegend ein deutliches Stück näher gerückt und zuletzt mit interessanten Meldungen an die Öffentlichkeit gegangen: Noch in diesem Jahr soll der Minenbetrieb wiederaufgenommen werden. Der Deutsch-Kanadier Wolf Wiese, CEO von Golden Dawn Minerals, reist hierfür bereits seit Monaten rund um den Globus, um Investoren von seinem Vorhaben zu überzeugen. Die Sellawie-Redaktion wurde bei einem seiner Frankfurter Aufenthalte auf die Geschichte aufmerksam und konnte nun bei einer Kanada-Rundreise auch einen kurzen Zwischenstopp im noch ruhigen Greenwood einlegen.

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Chefgeologe Dr. Matthew Ball im Gespräch

 

Wir konnten es kaum glauben, als wir zusammen mit Golden-Dawn-Minerals-Chefgeologe Dr. Matthew Ball – einem der profiliertesten seiner Zunft der Region – mitten in der kanadischen Wildnis standen. Ball erklärte sich freundlicherweise sofort bereit, uns Mühle und Minen zu zeigen. Spannend war bereits die Anfahrt: Mit seinem gewaltigen Ford Ranger Pick-up ging es rund eine halbe Stunde über Stock und Stein tief in die Wälder hinein. Noch überraschender für uns war dann, als plötzlich eine moderne Mühle und zahlreiche Minenfahrzeuge auftauchten. Seit fast fünf Jahren pflegt der ehemalige Produktionsleiter der Mühle Ken O’Neil das Grundstück so gut es geht. Nachdem kürzlich von Wolf Wiese genug Geld eingesammelt worden ist, um das gesamte Anwesen plus die beiden Minen “Lexington” und “Grenoble” von Huakan Mining zu übernehmen, wird die Mühle nun zuallererst wieder auf Vordermann gebracht. Nun kann O’Neil darauf hoffen, endlich wieder seinem tatsächlichen Job als Mühlen-Manager nachzugehen, anstatt den des Hausmeisters.

Matt_Samples

 

Wie uns Matthew Ball berichtete, bestätigten seine Bohr-Ergebnisse der vergangenen Monate exakt die historischen Daten und versprechen damit in Zukunft einen erfolgreichen Minenbetrieb. In den kommenden Monaten werden weitere zahlreiche Untergrund- und Oberflächenbohrungen vorgenommen. Bei jedem Wort Balls spürt man die Leidenschaft zu seinem Beruf und zu diesem Projekt. Die Gegend kennt er von klein auf wie kein anderer. Nach Zwischenstationen bei den ganz großen Rohstoffunternehmen und Einsätzen in der ganzen Welt, soll dieses Projekt das letzte berufliche Ziel des Mitfünfzigers werden. Hier will er zeigen, dass alles bisher Gefundene in der Gegend noch nicht der Höhepunkt war. Er ist sich ziemlich sicher, dass er mit modernster Technik hier für einige Überraschungen sorgen könnte. Denn seiner Meinung nach schlummern die wirklich großen Gold-Vorkommen noch völlig unentdeckt in der Erde.

Das Management von Golden Dawn Minerals ist überzeugt davon, dass bereits im Frühling 2017 die ersten Goldbarren die eigene Mühle verlassen werden. Bisher schlummerte alles noch ein wenig wie im Dornröschenschlaf. Laut Ball sind allerdings alle Schritte bis zur Produktion durchgeplant und können nun innerhalb weniger Monate durchgeführt werden. Wir sind jedenfalls gespannt und haben uns genauso wie vom großen Bruder Kinross nicht nur ein paar Erinnerungsstücke aus den Minen mitgebracht, sondern auch ein paar Aktien ins Depot gelegt.

 

Steigende Erwartungen

Seit der Rückkehr aus Kanada erreichen uns wöchentlich hoffnungsvolle Nachrichten aus Greenwood. Die letzte war, dass der neue Goldrun in Kanada nun begonnen haben könnte. Denn die von uns besuchte noch ruhende Mühle von Golden Dawn Minerals (siehe Photo) steht nun vor einem baldigem Neustart und die aus Dubai gebürtige Großfamilie erwarb zwischenzeitlich ein weiteres Ladengeschäft in der Hauptstraße. Bis spätestens Ende des Jahres soll ihr neuer großer Supermarkt im pittoresken Goldstädtchen Greenwood seine Tore öffnen, um die vielen erwarteten Minenarbeiter als Kunden sowie als neue Mitbürger zu empfangen.

Ralph Wintermantel

Weitere Informationen:
Greenwood Museum
Greenwood City

Anmerkung: Der Autor hält privat Anteile, sowohl an Kinross Gold Corp., als auch an Golden Dawn Minerals. Sellawie.com und seine Mitarbeiter werden teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung und elektronische Verbreitung der Veröffentlichungen und für andere Dienstleistungen von den in den Texten besprochenen Unternehmen oder verbundenen Dritten mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt.

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